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Woher kommen eigentlich Beni Ourain Teppiche?


Beni Ourain Teppiche kommen aus dem nordöstlichen Teil des marokkanischen Atlasgebirges. Das Atlasgebirge teilt den fruchtbaren Norden von der Wüste Sahara. „Beni Ourain“ ist der Oberbegriff für ein Berbervolk, dass aus fast siebzehn Unterstämmen besteht. Die Beni Ourain leben etwas abgeschieden im schroffen Gebirge und stellen den stärksten Kontrast zur schillernden Welt in den Souks der marokkanischen Großstädte dar.

Beni Ourain heißt übersetzt in etwa sowas wie “Land der Kinder”. Die meisten Berber leben von der Schafzucht. Zusätzlich ist jeder Stamm für seine eigenen Produkte bekannt, die Beni Ourain für die wunderschönen cremefarbenen Rautenteppich. Da jeder Stamm nach einer anderen Tradition lebt, herrscht ein reger Tauschhandel zwischen den Stämmen und nach außen. Bei uns ist man es gewöhnt, online alles bestellen zu können und alles immer überall verfügbar zu haben. Dort ist das nicht so, es gibt oftmals nur das 4×4 berbère. Im Französischen kürzt man Allradauto mit 4×4 ab, die Berber haben aber keineswegs ein Auto – sondern ein Maultier. Das Allzwecktransportmittel im Atlasgebirge.

Jeder von euch, der in Marokko vom Norden in den Süden gefahren ist, musste durch das Atlasgebirge. Wenn man aus dem Autofenster guckt, sieht man karge Landschaften und einfache Menschen und deren Hütten.  Alles wirkt so ursprünglich und rustikal – und überall sind Schafe. Viele Schafe. Nicht vergleichbar mit dem lauten und schillernden Marrakesch.

Beni Ourain, auch Beni Ouarain geschrieben, knüpfen seit eher beige Wollteppiche mit schwarzen oder braunen Mustern. Sie verwenden die Wolle ihrer Schafe, die ideal an die dortigen Bedingungen angepasst sind und deshalb besonders klein sind. So haben sie kein Problem mit der Schroffheit des Gebirges und weniger Futterbedarf. Ihre Wolle ist besonders hell und dicht ist, und sehr fettig. Sie überstehen starke Hitzeperioden genauso, wie kalte Wintermonate. Nach dem Scheren geben die Hirten die Wolle an die Frauen der Beni Ourain weiter, die diese nach dem Waschen spinnen.

Es sind sie, die die Teppich in mühevoller Handarbeit herstellen. Obwohl es oft heißt, Männer würden Teppiche knüpfen, da man besonders viel Kraft benötigt: das stimmt nicht und gilt für alle Teppichländer der Welt. Die Frauen der Beni Ourain verwenden die beige Wolle für die Grundfarbe des Teppichs und schwarze bzw. braune Wolle für das Muster der Teppiche. Das Muster ist klassisch und im Momenet sehr modern: Rauten, Diamanten und Linien. Oder sehr kleine Symbole, die spezielle Bedeutungen haben.

Ursprünglich wurden die Teppiche als Teppich, Matratze und Zudecke verwendet. Da es im Gebirge oft sehr kalt ist, musste der Teppiche möglichst dick und warm sein. Flauschigkeit ist ein sehr positiver Nebeneffekt, schließlich wollen auch Berber gerne weich schlafen. So haben sie sich nachts auf ihre Teppiche gelegt und darin eingerollt. Daher kommt auch die klassische Teppichgröße: 2,60m x 1,60m. Darin kann man sich richtig gut einwickeln, solltet ihr mal versuchen, falls ihr auch einen Beni in dieser Größe habt. Es geht erstaunlich gut!

Die echten Beni Ourain Teppiche sind zu 100% aus natürlichen Materialien, keine chemischen Zusätze wurden hinzugefügt. Es handelt sich um ein absolut klimaneutrales „Möbelstück“.