[Kultur]

Wer sind die Berber

Wer sind die Berber

Kultureller Hintergrund, Lebensweise in der Wüste vs. heutiges Leben 

Berber sind eine Volksbezeichnung für die Ureinwohner des Maghreb. Im Französischen werden die nordafrikanischen Länder als Maghreb bezeichnet, Länder wie Marokko, Tunesien, Libyen und Algerien werden so zusammengefasst. In Marokko werden heute die meisten „verbleibenden“ Berber gezählt, ihre eigene Sprache hat sich heute oft mit dem Arabischen vermischt. Die Zahlen schwanken, aber man schätzt, dass ca. 40% der Marokkaner von den Berbern abstammen. 

Die traditionelle Lebensweise der Berberstämme ist zum Teil auch heute noch anzutreffen, da noch einige Regionen in Nordafrika verkehrstechnisch nicht ideal erschlossen sind. Die Modernisierung der letzten Jahre ist dort oft noch nicht angekommen. Abgesehen davon, könnten sich die meisten Menschen kein Fahrzeug leisten, um auf den Straßen zu fahren. Deshalb hat sich der 4×4 berbère etabliert. Normalerweise ist der 4×4 ein Auto, und ein 4×4 berbère ist die Berbervariante – der Maulesel. Die Mobilitätsgarantie für Berber im Atlasgebirge!

Berber leben nicht nur im Gebirge, sondern auch in der Wüste. Der bekannteste Berberstamm sind wohl die Tuareg Nomaden, die besonders im südlichen Teil Marokkos und Algeriens leben. 

Viele Berber leben von der Landwirtschaft und Viehzucht. Diese ist der Tatsache geschuldet, dass es in deren Lebensbereichen oft keine andere Möglichkeit gibt, als von der Hand in den Mund zu lebe.  Ihre gesamte Energie wird für die Essensgewinnung eingesetzt. 

Die Schafzucht ist allgegenwärtig. Neben dem Verkauf der Tiere, kann man durch den Verkauf der Schafwolle eine weitere Einnahmequelle generieren.  Die Berbervölker haben Früh begonnen, ihre eigenen Wolle selbst zu verarbeiten – zum Teil für den Eigenbedarf, zum Teil um Handel mit verarbeiteten Produkten zu betreiben. 

Dadurch, dass es in den Berbergebieten nicht nur extrem heiß werden kann, sondern auch sehr kalt, haben die Menschen dort gelernt, sich gegen die Umwelteinflüsse zu schützen. Sie haben ihre Hütten aus Lehm und Stroh erbaut und knüpfen bzw. weben Teppiche. Diese werden nicht nur als Teppich verwendet, sondern auch als Matratze und Zudecke.

Die modernen Berber leben heute oft in Städten und gehen klassisch arbeiten. Sie sehen sich aber nach wie vor oft als Berber und nicht als Marokkaner.  Es kann also gut sein, dass ihr in einem Riad in Fez sitzt und von einem Berber gerade den Whiskey berbère eingeschenkt bekommt, so wird marokkanischer Minztee oft bezeichnet. 

 

Wo lebt der Beni-Ourain Stamm in Marokko?

Die Beni Ourain leben im mittleren Atlasgebirge im heutigen Marokko. Sie wohnen in einer sehr schroffen und klimatisch anspruchsvollen Region: im Sommer brütend heiß, im Winter bitterkalt. Das Atlasgebirge ist ein langer Gebirgszug der den fruchtbaren Nordteil Marokkos von der Sahara trennt. Um vom Norden des Landes in den Süden zu kommen, muss man unweigerlich über das Atlasgebirge. 

Berber lieben die Gastfreundschaft und feiern gerne. Durch ihr Halb-Nomadentum treffen sich oft Familien erst nach langer Zeit wieder. Sie machen Musik und feiern große Feste. Besonders zelebriert werden Hochzeiten, dann ist jeder aus dem Dorf eingeladen und die schönsten Teppiche werden ausgelegt und es wird getanzt. Fast wie im Märchen aus Tausend und einer Nacht.

Damit die Berbervölker aus dem Maghreb (Nordafrika) überleben können, wandern junge Männer und deren Familien oft in Städte und suchen sich dort Arbeit.

Das klassische Berberleben in den entfernten Gegenden kann mittlerweile oft nur noch durch den Handel mit individuellen, exportfähigen Produkten finanziert werden, hierzu zählen die Beni Ourain Teppiche. Sie werden ganz traditionell hergestellt mit einem Holzwebrahmen und selbst gesponnener Wolle. Die Knüpftechnik wird von den Frauen der Beni Ourain an die nächste Generation weitergegeben.

Warum halten die Berber ausgerechnet Schafe

Berbervölker in Nordafrika leben hauptsächlich von der Landwirtschaft und Viehzucht. Das Atlasgebirge ist ein schroffes Gebirge, in dem konventionelle Viehzucht nicht betrieben werden kann und deshalb seit Jahrhunderten Berberschafe gezüchtet werden. Das Merinoschaf soll ursprünglich auch aus Marokko stammen. Die Berber Schafe haben sich ideal an heiße Sommer und schneereiche Winter angepasst, sie sind sehr klein und wendig, ideal geeignet für Höhe. Sie liefern eine sehr dicke und fette Wolle. Die Wolle ist allerdings nur das Nebenprodukt, denn eigentlich geht es den Berbern um das Schafsfleisch und Fell. 

Berber sind Halbnomaden und ziehen mit ihren Schafen durch die Landschaft, immer dem Futter nach. Die Schafe sind also echte Bio-Schafe (im ganz ursprünglichen Sinne). 

Einmal im Jahr werden die Schafe geschoren, die Schor wird dann in die Berberdörfer transportiert und aus ihr Wolle gesponnen. Früher wurde die ganze Wolle auf einer Handspindel gesponnen, und es hat Wochen gedauert, bis die ganze Wolle verarbeitet war. Mittlerweile gibt es Hilfmittel und die Wolle kann mancherorts maschinell gesponnen werden. 

Die Wolle enthält viel Lanolin, was sie weich und seidig werden lässt. Sie ist außerdem weniger schmutzanfällig, als beispielsweise die Kunstfaser. Wenn man frische Schafswolle in den Händen verreibt, hat man danach ganz geschmeidige Hände. Das Wollfett wird auch für Salben verwendet. Das bekannteste Beispiel ist Wund- und Heilsalbe. 

Aus der gesponnenen Wolle werden später verschiedene Produkte hergestellt. Das wohl aktuell bekannteste Produkt: der beige Rautenteppich der Beni Ourain Stämme. 

> Wie wird ein Teppich hergestellt

 

Handgewebte Teppiche und andere schöne Produkte

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